Das Ritterhaus

Das Ritterhaus ist sowohl der Palast des schwedischen Adels als auch eine Organisation für die Schütz, Erhaltung und Pflege einer historischen Erbe.

Der Palast begrüßt Besucher: Montag–Freitag 11.00–12.00. Eintritt: 60/40 SEK.

Please note that the House of Nobility is cash free. We accept all major credit cards. 

Willkommen uns zu kontaktieren: kansli@riddarhuset.se und/oder +46 (0)8 723 39 90.

Anfahrt, karte

Der Palast

Das Ritterhaus wurde in der Zeit von 1641 – 1672 erbaut. Die beiden Seitenflügel wurden im Jahr 1870 errichtet.

Die Entwürfe stammen von den Architekten Simon de la Vallée (1641-1642), Heinrich Wilhelm (1645-1652), Joost Vingboons (1653-1656) und Jean de la Vallée (1656-1672). Die beiden letzteren gaben dem Ritterhaus seine endgültige Gestalt. Die Entwürfe für das Dach, die Portale und das Treppenhaus sind ausschliesslich Jean de la Vallées Werk.

Der Rittersaal, im ersten Stock des Ritterhauses gelegen, diente während der Reichstage von 1668 bis 1866 als Sitzungssaal des Adelsstandes. Heutzutage versammelt sich hier jedes dritte Jahr die schwedische Ritterschaft zu ihren ordentlichen Sitzungen. Dabei hat jedes eingeführte Adelsgeschlecht das Recht, sich durch sein Oberhaupt vertreten zu lassen. Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften und die Akademie für Literatur, Geschichte und Kunstdenkmäler (sowie andere) halten hier im Rittersaal ihre jährlichen Feierlichkeiten ab. Der Saal wird auch von schwedischen Adelsfamilien und für Kammerkonzerte genutzt.

An den Wänden des Rittersaales und an denen der Treppe, die zu den sogenannten Landmarschallräumen im Erdgeschoss führt, hängen Wappenschilder (auf Kupferplatten gemalt) von insgesamt 2331 Geschlechtern, von denen etwa 663 in Schweden oder im Ausland noch leben. An der westlichen Wand gruppieren sich um eine Büste des Königs Gustavo II Adolpho herum, die gräflichen Wappenschilder – die Schilder der Freiherren hängen außen an derselben Wand und der niedere Adel verteilt sich auf die anderen drei Wände. Die Wappen reihen sich gemäß dem Jahr Ihrer Einführung in numerischer Folge aneinander. Die ältesten Familienwappen präsentieren sich an der Südwand, im Bereich X. Die letzte geadelte Person in Schweden war der Entdecker Sven Hedin im Jahre 1902 – sein Wappen finden Sie im Bereich XXXC.

An der Decke des Rittersaals befindet sich ein allegorisches Gemälde von David Klöcker Ehrenstrahl, gemalt in den Jahren 1670 – 1675. Die Mutter „Svea“, welche Schweden symbolisiert, sitzt in der Mitte des Bildes auf Ihrem goldenen Thron. Über Ihr schweben die drei Grazien, die drei Kronen des Reichswappens tragend. Fama, mit Ihrer Trompete, verkündet den Stolz von Schweden und Eterna steht für das ewige Leben des Landes. An der West Seite der Hall ist die Büste des Königs Gustavus II Adolphus (1594-1632). Bemerkenswert ist auch der Landmarschallsessel (1625), geschnitzt aus Elfenbein und Ebenholz, verziert mit Jagdszenen und Bildern aus der heiligen Schrift.

Im ”Ante-Raum” (Vorraum) treppenabwärts links, hängen vier Portraits von berühmten schwedischen Staatsmännern und Heerführern aus dem 17. Jahrhundert. Der „Lord-Marshals-Room“ (Landmarschallraum) war der Treffpunkt für das sogenannte geheime Komitee des schwedischen Reichstags während des 18. Jahrhunderts. Die Wände sind mit Portraits der Lord-Marschalls aus dem 17ten und 18ten Jahrhundert geschmückt. Der Lord Marschall übernahm den Vorsitz im Ritterhaus während des Reichstags, entweder vom König direkt bestellt oder von der Adelsversammlung gewählt. Zu den bedeutendsten Lord Marschalls zählten die Grafen Per Brahe, Johan Gyllenstierna, Arvid Horn, Karl Gustaf Tessin und Axel von Fersen

An den Wänden im ”Reception Room” (kleinen Salon) sieht man Portraits von Landmarschällen aus dem 19. Jahrhundert. Der letzte war Graf Gustaf Lagerbjelke (1865).

Die Halle um das Treppenhaus wurde von Jean de la Vallée entworfen und im Jahre 1668 fertig gestellt. An der östlichen Wand befindet sich ein Gemälde von Baron Gustaf Cederström (1912) welches die Überquerung des Grossen Belt von König Carolus X Gustavus über das Eis nach Zeeland (Dänemark) im Jahre 1658 zeigt.

Das Kanzleramt im Obergeschoss zeigt auch den blauen Raum mit einer einzigartigen Sammlung von 300 Exponaten von ostindischen Wappenporzellan im Besitz von schwedischen Adelshäusern.